Glosse zum 30.jährigen Dienstjubiläum 17.10.2021

oder was eine Kaffeekanne so erzählen könnte . . .

Kinder wie die Zeit vergeht...und schon wieder sind fünf Jahre herum.

Was die Kanne so aus dieser Zeit erzählen könnte, findet sich am Schluss der Geschichte in nur kurzer Form wieder, denn der Kaffeekannenhalter hat nur noch wenig Zeit fürs Steckenpferd.

 

Fünfundzwan... DREIß..zig Jahre ist sie nun eine treue Begleiterin auf so manchem dienstlichen und auch privaten Weg. Gerade rechtzeitig in der vergangenen Woche (vor fünf Jahren) fiel nun mein Blick während der Recherchen zu einer kleinen Geschichte der V100 in Wuppertal, auf diese kleine Randbemerkung am 17.10.1991 in dem Rechteck von 15x20mm ganz rechts:

Auch ihr erstes Mal (nein, nicht das mit dem Flur!) ist darauf zu erkennen und führte sie auf ihrer Premierenfahrt mit dem leeren Elberfelder Kohlenzug 57048 von Wuppertal Steinbeck nach Moers bzw. weiter nach Rheinkamp und von dort mit dem vollen 57049 wieder zurück nach Steinbeck. Wie ersichtlich war ihr erster Dienstverkehr mit der 140 142-1.

 

Im Kreise ihrer zeitweiligen Begleiter auf dieser langen Reise, sehen wir hier die kleine Koreanerin, die in dieser Zeit schon so manche Macke davon getragen hat. Eine der großen Beulen am Boden hat sie sich bei 140km/h auf einer 110er geholt, als sie vom Pult auf der Beimannseite auf den Führerstandsboden fiel.

 

Die silberne Anstecknadel fürs Jubiläum hat sie auch schon anhängen. Im Vordergrund befinden sich ein paar Kalender (mit Kaffeefleck!!!) aus ihrer Anfangszeit, verkleinerte Dienstplanhefte der Bw-Ast Wuppertal und auch mein „Lokführerhandbuch“ das ich etwa zu der Zeit (1991) mal in einer Auflage von einem Stück herausgebracht habe und u.a. eine Streckenkarte beinhaltete. Davor mein DIN A6-Störungsheft für die V100. Zur damaligen Zeit hatte ich einen netten Kontakt zu einer hübschen Copyshop-Assistentin . . . vermutlich weil ich dort so oft kam um zu verkleinern, was den finanziellen Aufwand der sündhaft teuren Farbkopien etwas verringerte.

 

 

Nun habe ich leider noch nicht alle Bilder, die ich in den vergangenen 25 Jahren gemacht habe, in elektronischer Form vorliegen, aber ich habe versucht ein paar halbwegs interessante Beispiele herauszugreifen, um aufzuzeigen was so eine Kaffeekanne alles erzählen könnte, wenn sie denn nur wollte.

 

Ausdrücklich weise ich aber daraufhin, das in den meisten Fällen keine öffentlich zugänglichen Fotostandorte aufgesucht wurden und nur tätigkeitsfreie, günstige und gefahrlose Momente im Dienstverlauf zur Anfertigung der Bilder genutzt wurden. Vor Nachahmung wird daher gewarnt!

 

 

 

Allgemein „State of the Art“ war damals nicht nur die Baureihe 215 (28.10.1991) im schweren Güterzugdienst, sondern auch die Kunststoffthermoskanne mit Glaseinsatz.

 

Hier im Bildauszug passend zur Lok als schwere Ein-Liter-Tischbaureihe, sehr ähnlich der Vorgängerin der ersten Jahre der hier beschriebenen „Eisernen Lady“, bei welcher die Zusatzausstattung „Ausgußtülle“ leider bei einem Sturz eine einmalige Biege gemacht hat und sich mitsamt dem zugehörigen Glaskolben damit dem Vergnügen weiterer Reisen entzogen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwar nicht am ersten Tag ihres Dienstes, aber doch noch ziemlich am Anfang ihres Daseins, hier ein Bild von 216 109-9 am 28.10.1991 bei der Durchfahrt in Rheinkamp. Den Zug wird diese aus Millingen angezogen haben und nebenan lauscht dem 216-Sound auch noch der TVT 701 084-6.

 

 

Im Jahr darauf war sie für fünf Wochen in Mecklenburg Vorpommern um an der Reichsbahn-Lokfahrschule in Güstrow mitzubekommen, wie man so richtig Dampf im Kessel hält. Als Übungsstück musste die Wismarer 50 3545-6 herhalten, an deren damals sehr schwergängigen Regler ich ziemlich ungute Erinnerungen habe. Die Protagonistin wird die direkten Flüche nicht mitbekommen haben, da sie im Begleitwagen untergebracht war. Es war eine recht lehrreiche Zeit mit einigen Kollegen der DR und Privaten den Ausführungen von Kneetz und Neumann u.a. zu lauschen.

 

Neben den ziemlich alltäglichen Diensten auf der S-Bahn 8 von Hagen nach Mönchengladbach und zurück und zurück und zurück . . . sowie den immer gerne genommenen Güterzugfahrten quer durch die Wuppertaler Dienste, waren mir die Rangierdienste mit V60 durchs Bergische Land immer am angenehmsten. Aber es gab auch ausgesprochene Hochlichter, wie die Überführungen der V60 von und nach Kassel, bzw. später als Chemnitz die Unterhaltung übernommen hatte, bis nach Bebra.

 

 

Am 24.02.1993 war die Kanne Gastfahrt mit nach Kassel gekommen und bewacht hier die 360 596-1, welche gerade in Marsberg auf dem Rand steht, um 216 097 vorbeizulassen, da diese doch wohl etwas schneller war als die V60 auf dem Weg zurück ins Heimat Bw. Gerade diese Touren waren eigentlich etwas, wofür man einen Tag Urlaub hätte austragen müssen. Die Kanne, Brote, Feuer, Pfeife, Tabak auf dem Pult und den ausladenden Fuß des damals hochmodernen Industriehockers auf dem Sifablech am Boden und man konnte, gemütlich mit dem Stuhl wippend, die Fahrt genießen. Damals hatte ich noch deutlich die Worte eines Lehrkörperteils einer Mettmanner Schule im Ohr, das man mit „aus dem Fenster starren“ kein Geld verdienen würde.

Sie hat ja wohl Recht behalten.

 

Als wären die dienstlichen Touren noch nicht genug, gab es Begleitungen der Kanne auch zu solchen Anlässen. Am 30.12.1994 gab es anlässlich des bevorstehenden Traktionswechsel von ETA, auf die sauberen „Bluhmoschen“-Triebwagen der Baureihe 628 auf der Rheinischen Strecke von Düsseldorf nach Mettmann etwas "Eckschen". Trotz widriger Wetter- und Lichtverhältnisse ließen sich die anwesenden Kollegen, mit einer ETA-Parallelfahrt etwas einfallen.

 

Am 04.01.1995 wärmt sich die Kanne noch auf 212 324-8 ein wenig auf, welche ihrerseits die Wagen des 5695 (13:08 ab Elberfeld) mit wohliger Wärme aus der Dampfheizung versorgt. So bequem die heutigen Klimaanlagenlokomotiven sind, irgendwie vermisse ich das Flair das dieses Bild vermittelt.

 

 

Einmal und nie wieder, sagte die Kanne als ich am 15.07.1996 wieder die 212 096-2 (DT mit 266-1) von der Innenseite der Brücke bestiegt, da, wie sie zaghaft vermittelte, der freie Blick nach unten, auch durch die offene Führerstandstür zu sehen war. Den Kollegen auf dem entgegenkommenden 628 520 hatte ich vorher über C-Funk vorgewarnt. Das war noch vor dem Warnwestenzeitalter und hat auch ganz sicher funktioniert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz des verlockenden Angebotes von ortsüblichem Mineralwasser war auch am 09.06.1997 dort in Gerolstein auf 212 097-0 u. 324-8 noch ausreichend Kaffee für die Fahrt nach Ehrang und zurück nach Wuppertal in der Kanne. Irgendwie schade, dass solche Zugleistungen auch immer mal den Zielbahnhof erreichten und man auch wieder nach Hause musste.

 

Bild oben:

Meine letzte 13:00 Uhr-Bereitschaft für Wuppertal stand am 08.05.1998 auf dem Programm. Die Kanne sah den Rhein als es Lz nach Andernach ging, um von dort einen leeren Blechrollenzug mit 192 Achsen, 1037 Tonnen bei 525m Länge nach Oberhausen West zu bringen. Von dort führte die Schicht dann noch mit einem Zug nach Düsseldorf Rath (66 Achsen, 1064 t, 181m), bevor es wieder nach Steinbeck zurück ging.

 

 

 

 

 

 

 

 

Man kennt den Berg und kann den Weg weisen. Lotsentouren zum Brückenfest an der Müngstener Brücke. Der junge Mann auf dem Arm war, knapp anderthalbjährig, im Oktober 1999 nicht ganz überzeugt von den Weissagungen des Kannenhalters. Ob er das heute ist? Ich frage ihn lieber nicht.

 

 

 

 

 

Es gab Situationen wo „Koreabombe“ schmollend zu Hause blieb und dennoch, wenn sie denn hören könnte, das Stakkato von 78 468 am 28.10.2000 hier am Kotterheidberg in Solingen mitbekommen hätte. Dort wo im Hintergrund die Wohnhäuser stehen, war einmal die Einfahrt zum Bahnhof am Weyersberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast wie in einem richtigen Bahnhof sieht es dort in Schmalkalden Anfang Februar 2001 noch aus. Der Kurzurlaub in Thüringen war knackig kalt und der heiße Kaffee wirkte wie immer Wunder und tröstete auch über die wenigen Fahrtage hinweg, als es in den Nuller-Jahren sogar nötig wurde mit Hilfe von Museumsfahrten auf 100 Fahrstunden zu kommen. Die Kanne mutierte zu einem Büroutensil und diente auf diese Weise, mit ihrem Platz für einen Liter, als Suchtprävention. Denn so eine Lokleitungskaffeemaschine ist ein Dauerläufer, bei der die persönliche Entnahme leicht außer Kontrolle gerät und einen womöglich flatterhaft werden lässt.

Ein Besuch in der alten Wirkungs-. . . ähm . . .Lokwerkstätte im Mai 2002 unter anderem mit 365 210-4 und 364 547-0, die dann sogar schon länger zu einer anderen Firma/Konzerntochter gehören sollte. Es ist mir immer noch in guter Erinnerung wie es so beim ersten Besuch Anno 1984 in diesen heiligen Hallen gewesen ist. Alles voll mit Lokomotiven. Geschäftiges Treiben zur Pflege derselben. Die Frikadellen oder die Mettbrötchen der Metzgerei Stangs vom Arrenberg. Das Gefühl zu der großen (Eisenbahner-)Familie gestoßen zu sein. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Dünn gesät waren die Fahrten ohne Bürostuhl auf dem Teppich. Am 04.04.2003 ist die 218 144- auf dem Weg als 69349 nach Bremen Sebaldsbrück

 

P.S.: Gerade wiederentdeckt.

im DSO-News-Forum

218 144 letzte Fahrt

geschrieben von: vauhundert

Datum: 03.04.03 14:23

Tach zusammen,

vielleicht hat jemand interesse daran.
Morgen am Fr. 04.04.03 wird so gegen 6:30 ab KDA, 218 144 als Lz gen Bremen Sebaldsbrück zur Ausmusterung laufen. Eine Fristverlängerung ist nicht geplant. Deshalb wohl ihre letzte offizielle Fahrt.

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Das Internet vergisst nichts!

 

 

Viel tragischer ist der Umstand, dass in dieser Zeit statt der gewohnten Papierkalender für eine gewisse Zeit ein Psion Serie 5 als früher, durchaus brauchbarer, Tippdenker die Aufschreibung übernommen hat. Dummerweise nicht in der nötigen Ausführlichkeit, um zu allen Bildern einen passenden Kommentar abzugeben.

 

Erst im Jahre 2004, hier legt der 628 504 am 01. Dezember auf dem Weg von Düsseldorf nach Braunschweig einen kurzen Halt in Rinteln ein, gibt es wieder halbwegs brauchbare Aufzeichnungen. Im Hintergrund das Stationsgebäude Rinteln Nord der Extertalbahn.

 

 

 

 

 

 

Nicht nur bei schönem Wetter unterwegs. Eine gebrochene Schleifleiste am Stromabnehmer des 425 029-6 sorgte für einen unfreiwilligen Halt in Remmighausen und einer Abschleppaktion mit 218 138-6 als Lz von Düsseldorf Abstellbahnhof. Nass und angeätzt vom Einhängen der Notkupplung steht an diesem 02.02.2005 der Griff zur Kanne kurz bevor.

 

Die Leerparküberführung an diesem 28.05.2006 von Bochum Dahlhausen nach Brügge war schon am Ziel, aber die gedankliche Seifenblase mit drei oder vier Wagen als Eilzug nach Köln weiterzufahren, ist nicht am Füllzustand der Kaffeekanne wie eine Seifenblase zerplatzt. Aber erstaunlicherweise, frei nach Schüttelbier: „Wer hätte denken können, dass diese alte Strecke noch so viel Potential in sich gehabt?“ Es gibt sie noch und wer weiß . . .

 

. . .  so schrieb ich vor fünf Jahren und nun gibt es wieder durchgehenden Zugverkehr. Perfekt!

 

 

 

Meine Motorkettensäge war leider in Wermelskirchen im Arbeitsurlaub als dann Kyril am 18.01.2007 zugeschlagen hat. Die Strecke von Solingen über Remscheid nach Wuppertal war gleich mehrfach durch umgestürzte Bäume und stehen gelassene Triebzüge blockiert und wurde von verschiedenen holzerfahrenen Lokführern am Folgetag dem 19.01. geräumt. Hier die beiden 628 503-5 und 628 530-8 als 98530 bei km 12.2 kurz vor Güldenwerth. Die Fichte im Rücken des Fotografen war dann doch zuviel für das Schweizer Messer und der in Güldenwerth abgestellte 628 667-8 musste von der mittags freigeräumten anderen Seite abgeholt werden.

 

 

Nach diversen Schädigungen durch dauerhaftes Kannenschleppen hat der Rücken nicht mehr so ganz mitgespielt. Die Vorfälle wölbten, ähm häuften sich und zur Erholung im Taunus hat es sich ergeben, das auch die Kanne mal völlig unbekannte Eindrücke straßenbahnähnlichen Eisenbahnverkehrs, hier am 09.02.2009 in Grävenwiesbach, mitbekommen musste. Abgesehen von der gefühlten Uniformität, die es ja ehrlicherweise auch schon zu Bundesbahnzeiten gab, ist es ein sehr zu begrüßender Aspekt dass die Eisenbahn immer noch im Lied der Verkehrsträger mit starker Stimme mitsingen darf. Und welche Farbe die Züge und welche Arbeitgeber die hoffentlich gut behandelten Eisenbahner haben ist da von zweitrangiger Natur.

 

 

 

 

Nein, kein japanischer Tee in der Kanne, auch wenn die Züge im ersten Augenblick fast so wirken! Aber auch kein Aquavit, denn die Norweger sind in der europäischen Spitzengruppe des Kaffeekonsum. Ob am 04.08.2009 nun bei der Kreuzung von Tog 773 und Tog 2505 im Bahnhof Nelaug artverwandte Kannen in norwegischen Diensten mit im Spiel waren, hat die stahlharte Urlaubskanne nicht in Erfahrung gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regionalexpresszüge . . .

 

. . .wie dieser RE 11 mit 112 166 am 24.03.2010 zum kurzen Bahnsteighalt in Lippstadt, sind nun die tägliche Bohne der Kanne.

 

 

 

 

Ständig lauern die Gefahren, wie die der nächsten Kaffeebude mit dem „Kaffe zum davonlaufen“ oder die nette junge Kollegin von DB Regio NRW. Sie echauffiert sich über den etwas undichten gebrauchten Gummi, dessen Ersatz ich aber schon ins Auge gefasst habe, denn auch mir gefällt es nicht, das oben herum immer ein paar Tropfen herauskommen und dieses kleine Malheur stets mit einem zusätzlichen Papierhandtuch zu sichern ist.

 

 

Immerhin, sie ist so heiß wie am ersten Tag, also zumindest der Inhalt den sie anbietet. Auch nach einigen Stunden ist der dargebotene Kaffee noch so temperiert, das man vorsichtig an die Sache herangehen sollte. Nicht nur aus diesem Grund habe ich besagter junger Kollegin von „DB Escourtservice par le train“ vehement widersprochen nun endlich etwas Neues zu kaufen, denn schließlich hat das hier beweihräucherte Produkt „Made in Korea“ damals, falls die schwache Erinnerung nicht trügt, horrende 65,-DM gekostet. Wenn man dann noch den Spritverbrauch von Mettmann nach Köln zum „Alten Schweden“ und zurück nach Wuppertal berechnet, dann hat sie gefälligst, bis zu meiner Pensionierung in ein paar Jahren, durchzuhalten.

 

 

 

 

 

Die Sonne mag untergehen und auch Gelsenkirchen Hbf in ein goldenes Licht tauchen, obwohl nach Einschätzung eines dortigen Mitarbeiters ein „Hort des Bösen“ sich dort etabliert hat. Aber wenn einem nicht der Himmel auf den Kopf fällt, dann wird sie auf der anderen Seite ein paar Stunden später wieder erscheinen. So wie sie es beim Blick aus der RE 2 an diesem 26.10.2011 und dem folgenden Tag ja auch getan hat.

 

 

 

 

Manchmal muß man einfach das Entgegenkommen einiger Kollegen abwarten und könnte sich der Kanne widmen, statt wie hier am 28.03.2012 in Minden die Durchfahrt der 155 192-8 aus dem Führerstandsfenster abzulichten.

 

 

 

In Split, der kroatischen Hafenstadt, kann die Kanne gelegentlich ihre Multifunktionsfähigkeiten unter Beweis stellen, indem sie keinen heißen Kaffee warm, sondern Eiskaffee kühlt hält. Eine Tatsache die mich immer wieder verblüfft, wie sie den Unterschied so gänzlich ohne Elektronikchip erkennen und darauf reagieren kann. Die 2 044 826 hat trotz der hohen Temperaturen an diesem 07.08.2013 keine besonderen Schwierigkeiten mit den beiden Kisten den steilen Anstieg in Richtung Perkovic´ zu nehmen.

 

 

 

Als mein Urgroßvater im Jahre 1944 an den Folgen seiner frühen Diabeteserkrankung, aber dennoch überraschend und viel zu jung starb und er den Posten des Bahnhofsvorstehers für den Güterbahnhofsteil in Dombovar freimachte, war diese Lokomotive 424.124 kaum mal 2 Jahre alt und hatte ihr Lokdasein noch vor sich. Nun steht sie dort in Dombovar auf dem Denkmalssockel und schafft irgendwie eine Verbindung zwischen den Generationen. Diese Geschichte mit meinem Urgroßvater welcher ebenfalls als Lokomotivführer begann gehört auch noch genauer aufgearbeitet. Am 17.06.2014 war die Kanne jedoch im Automobil verblieben, als ich sowohl die Grabstelle meines Urgroßvaters aufsuchte, als auch den Bahnhof mit der Lok besichtigte.

 

 

 

Wie frisch aus einer Packung des Spielbahnmarktführers. Erstaunlich zu welchen Eskapaden die Privatisierung so führt. Wenn die noch eine ZWS (zeitmultiplexe Wendezusteuerung) verpasst bekommt, könnte man auf nicht elektrisierten Nebenbahnen noch mit einem Doppelstocksteuerwagen als RE fahren. Ach, ich vergaß, Nebenbahnen dafür sind eh sehr selten geworden. Die Reuschling 360 7103 dieselte am 29.10.2015 durch den Düsseldorfer Abstellbahnhof. Allerdings bin ich mir sicher meine Kanne weiterhin im eleganten Silberlok...äh...look durch die Gegend zu tragen.

 

 

 

Augenblicklich sind ein paar Resturlaubstage und Überstunden fällig, aber auf einem der dienstlichen Wege im August (28.8.2016) konnte die olle Kanne an der Einfahrt Minden, die 139 132-5 auf einer ihrer letzten Fahrten vor der Abstellung erblicken.

 

 

 

 

Ich bin mal gespannt welche Irrungen und Wirrungen sie, die kleine aufrechte mit all den Blessuren versehenen, recht erfahrenen Kanne in den nächsten Jahren bis zu meiner Außerdienststellung noch mitmachen muß. Es könnte noch mal spannend werden . . .

 

 

Heute am 17.10.2021 setze ich mal hier drunter an, um die Zeit "weiterzukurbeln".

 

 

 

 

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 2017 ruhte sich dieser Star der Schiene in Düsseldorf Abstellbahnhof aus, während die Kaffekanne sich mit schnöden Nachtdiensten auf der RE-Linie 6 in NRW und der 146 273 und 275 begnügen musste.

 

Die urtypische Situation einer im Stilllager leise vor sich hin köchelnden Dampflok im Nachtlager eines kühlen Morgens, lässt auch die Kanne etwas wehmütig zurückblicken.

 

 

Die kleine Koreanerin hatte die herbstliche Stimmung über den Jahreswechsel gerettet und sich, wegen drohender Langeweile durch verstärkt wegbrechende Leistungen bei DB Regio, zu neuen Ufern orientiert, die vielleicht mehr Abwechslungen versprachen.

 

So kam es dann, nach zehn Jahren im sogenannten Expressnetz bei Regio NRW am 02.10.2018 zur letzten Schicht für diese Geschäftsbereich, welche beim Warten auf die RE 6 10630 mit 146 270-4 in Dortmund Hbf diesen hoffnungsvollen Blick in Richtung Zukunft erlaubte.

 

Die Zu_g_kunft ist wohl GELB geworden, wenn man dauernd ROT sieht.

 

Der Nimbus des „BZA Minden“ hatte den Kannenhalter dazu verleitet zu entfernten Ufern aufzubrechen.

Frei nach Gene Roddenberry:

„Die DB Netz AG, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2019. Dies sind die Abenteuer der koreanischen Kaffeekanne, die mit ihrer ein Mann starken Besatzung die nächsten Jahre unterwegs ist, um fremde Strecken zu erforschen, neues Leben und neue bedarfsoptimierte Gleisreste. Viele Lichtjahre von der Heimat entfernt dringt die Kanne in Direktionen, pardon PD´en vor, die selten ein Wuppertaler Lokführer zuvor gesehen hat.“

 

Hier sieht man in Leipzig Hbf die 111 059-2 mit der Railab-Messfahrt 94330 nach Muldenstein, sowie 218 471-1 mit ihrem Schienenprüfzug.

 

 

 

 

Kurz mal nachgesehen, ob dort was los ist…hatte die Kaffeekanne am 10.12.2019, als die 120 160-7 die Streckengleise der VZG 6151 zum BER mit ihrem Railab untersuchen wollte. Die etwas gespenstische Anmutung sollte ja auch „bald“ zu Ende und der Flughafen tatsächlich in Betrieb gehen.

 

 

Ausnahmsweise mal zwei Bilder für ein Jahr. ;-) Außerdem ist 120 160-7 derzeit in Hannover Leinhausen z-gestellt und harrt einer ungewissen Zukunft entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Komische Sachen“ gehören wieder zum Alltag dieser kleinen Kaffeekanne und weder sie noch ihrem Halter waren seit langem keine zwei Sperrfahrten in einem Gleis begegnet.

 

„Schon gar überhaupt nicht“, genau an einer Staatsgrenze, so wie hier am 09.06.2020 in Kiefersfelden, als die ÖBB-Vegitationskontrollfahrt und die Messzug-Sperrfahrt 94335 mit 111 059-7 im wahrsten Sinne einen kleinen Grenzverkehr hatten.

 

 

 

Auch zurück zur alten Wirkungsstätte geht es.

 

In Wuppertal Steinbeck wendet 111 059-2 auf 94336 nach Köln Bbf, just dort wo die Kanne das erste Mal frisch von Ikea und mit bestem Bohnenkaffee gefüllt, eine erste Eisenbahnfahrt hinter sich brachte (der Kohenzug wurde oft in Gleis 66 bereitgestellt).

 

 

Ebenso wie der Kannenhalter, der dort schon im nun nicht mehr vorhandenen Lokschuppen 1985 die erste lockere Schraube an einer Lokomotive festzog, als er im zweiten Lehrjahr mal zur C-Gruppe durfte.

 

 

Lockere Schrauben, viel Vorbereitung und lange Reisezeiten sorgen für spannende Eindrücke, aber deutlich stärkere Einschränkungen mit einer eklatanten Verschlechterung der Lebensqualität, die aufzeigen, dass sich bald Verbesserungen oder aber Veränderungen einstellen müssen!

 

Also hoffen wir, dass die kleine Koreanerin und ihr Kannenhalter eher die Verbesserungen abwarten können und so noch einige neue interessante Eindrücke für die restlichen zwölf Dienstjahre des Kannenhalters entstehen werden.

 

Bei auftretenden Fragen oder auch interessanten Anmerkungen besteht über einen Eintrag im Gästebuch oder eine Mail an

 

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